Startklar für den Digitalen Produktpass?

Für Batterien ist der Digitale Produktpass (DPP) bereits eingeführt. Für Ausgangsstoffe wie Eisen, Stahl, Chemikalien, Kunststoffe, Lacke oder Produkte wie Textilien, Möbel und Autoreifen ist er in Sicht. Für Branchen wie den Maschinen- und Anlagenbau, die Medizintechnik, Elektrotechnik oder auch den Fahrzeugbau wurden noch keine Einführungsfristen beschlossen. Ab wann sollte man sich als Hersteller einer dieser Branchen tiefer gehend mit dem Digitalen Produktpass beschäftigen? Außerdem, wo liegt der Unterschied zwischen Digitalem Typenschild und Digitalem Produktpass? Kann man das Digitale Typenschild ab sofort einsetzen, weil die Maschinenverordnung die digitale Betriebsanleitung zulässt, und diese Zulassung gilt bereits heute dank Guide V2.3 zur Maschinenrichtlinie? Dieser Artikel liefert einen Überblick über den Stand der Dinge und Orientierung für die nächsten Schritte.

Aktuelle Situation

Neuerdings werben Anbieter damit, dass sie den Digitalen Produktpass einsetzen. Aber ist das realistisch? Wenn dies ein Batteriehersteller behauptet, dann zählt er zu den Vorreitern, und man kann seiner Aussage Glauben schenken. Rein formal wird der Digitale Batteriepass erst Ende 2025 beschlossen, im Jahr 2026 umgesetzt und soll ab dem Jahr 2027 verbindlich sein. Der Digitale Batteriepass ist damit die erste konkrete Umsetzung des Digitalen Produktpasses. Für andere Produkte oder Geräte existieren noch keine Termine für den digitalen Produktpass. Das dürfte sich jedoch bald ändern.

Der Digitale Produktpass wird Schritt für Schritt für alle Produkte, die auf dem europäischen Markt gehandelt werden, eingeführt. Nach dem Vorreiter Batterien sind Verordnungen für die Produktgruppen Textilien, Elektrogeräte und branchenübergreifende Produkte wie Eisen, Stahl und Kunststoffe in Vorbereitung. Das große Ziel hinter all diesen Regulierungen: Europa soll in 25 Jahren (2050) der erste klimaneutrale Kontinent sein. Einen wesentlichen Beitrag dazu soll eine echte Kreislaufwirtschaft leisten. Dazu braucht es Produkte, die eine Kreislaufwirtschaft ermöglichen, und um fassende Informationen zu diesen Produkten, einschließlich aller Informationen zu allen enthaltenen Komponenten und Materialien. Der Digitale Produktpass dient dabei als zentrale Drehscheibe, um diese Produktinformationen zur Verfügung zu stellen.

Der Digitale Produktpass ist die zentrale Drehscheibe für alle Informationen eines Produktes und für jede Zielgruppe. Zulieferer, Hersteller, Marktüberwachung, Handel, Nutzer, Reperateure und Entsorger. Sogar die Produkte selbst können, soweit technisch darauf vorbereitet, Informationen einspeisen.

Der Digitale Produktpass ist die zentrale Informationsdrehscheibe für ein Produkt für die gesamte Lebenszeit.

Der Hersteller eines Produktes übernimmt die Produktpässe der zugekauften Teile seiner Zulieferer. Dann ergänzt er den eigenen Produktpass mit allen Informationen, die für das Endprodukt relevant sind. Der Produktpass einer Maschine kann so aus Hunderten Teil-Produktpässen und einer umfangreichen eigenen Produktdokumentation bestehen. Dieser Produktpass wird nach einem offenen Datenstandard interoperabel im zentralen Produktpass-Register abgelegt. Zu diesem Produktpass erhält die Marktüberwachung einen geschützten Zugriff auf die Daten bzw. Dokumente, mit denen sie die üblichen Prüfungen zur Zulassung durchführen kann. Der Handel und die interessierte Öffentlichkeit können sich über ein Rechercheportal über Produkte informieren. Bei Bedarf kann ein Feedback- Kanal eingerichtet werden, um Informationen aus dem Markt aufzunehmen, etwa für Produktverbesserungen. Je nach Komplexität kann das Produkt selbst Informationen über seinen Zustand an den Produktpass zurückgeben. Reparatur- und Servicebetriebe können so die Informationen aus dem Produktpass nutzen, um Arbeiten auszuführen. Auch hier kann ein Feedback-Kanal für die weitere Produktentwicklung sinnvoll sein. Schließlich benötigen die Entsorgungs- und Recycling-Betriebe alle Informationen zu den enthaltenen Materialien, deren Wiederverwendbarkeit und Rückgewinnung. Diese Informationen ermöglichen eine echte Kreislaufwirtschaft.

Um auf den Digitalen Produktpass zugreifen zu können, wird es mehrere Zugriffswege geben:

Auf ganz unterschiedlichen Wegen gelangen Informationen in den Digitalen Produktpass.

Käufer, Marktüberwachung und die interessierte Öffentlichkeit können über verschiedene Wege auf den Digitalen Produktpass zugreifen.

  • Für die Käufer eines Produktes kann der Zugang über einen QR-Code am Produkt erfolgen.
  • Für die Marktüberwachung wird eine entsprechende Zugangsberechtigung über das Rechercheportal der EU eingerichtet.
  • Für die interessierte Öffentlichkeit wird es einen Zugang über ein Web-Portal geben.

Damit alles reibungslos und hochautomatisiert funktioniert, müssen die involvierten IT-Systeme zusammenarbeiten und „sich verstehen“. Unterschiedlichste Zulieferer, die basierend auf verschiedenen Normen und Standards produzieren und völlig verschiedene Informationen für ihre Produkte bereitstellen, müssen zusammengebracht wer- den. Dann entsteht ein sinnvolles Ganzes. Man kann das Konzept des Digitalen Produktpasses mit folgender Analogie darstellen: Die IT-Infrastruktur zur Bereitstellung von Digitalen Produktpässen entspricht einem Schienensystem. Darauf fahren Lokomotiven. Jede Lok identifiziert und repräsentiert ein Produkt und ist damit die Spitze oder oberste Ebene eines digitalen Produktpasses. Angekoppelt werden beliebig viele und sehr unterschiedliche Waggons. Darin stecken die eigentlichen Informationen als Daten, die in einer Struktur definiert sind. Wie die Daten in einem Waggon gelesen werden müssen und nach welchem Datenstandard sie im Waggon abgelegt sind, diese Information enthält die Kupplung der Waggons. Auf diese Weise können Informationen, die in verschiedenen Datenstandards geliefert werden, in einem gemeinsamen Zug zusammengestellt werden .

Der Digitale Produktpass macht sich mit ganz verschiedenen Datenstandardsauf den Weg.

Jeder Informations-Container wird durch den ihn beschreibenden Standard angekoppelt.

Es ist also kein durchgehend einheitlicher Datenstandard für alle Informationen in einem Digitalen Produktpass erforderlich. Jeder Hersteller kann sich aussuchen, in welchem Datenstandard er die Informationen zu seinen Produkten bereitstellen möchte. Was bedeutet das für die Technische Redaktion? Sie steht gleich vor mehreren Aufgaben:

  • Sie muss klären, welche *Datenstandards (offenen Normen) für die Strukturierung ihrer Produktinformationen infrage kommen.
  • Sie muss entscheiden, welcher Datenstandard für welche Informationen verwendet werden soll. Es können unterschiedliche Datenstandards für unterschiedliche Informationen verwendet werden. So könnten das Typenschild, die technischen Daten und der CO2-Fußabdruck mit E-CLASS und die anleitenden Texte mit iiRDS umgesetzt werden.
  • Sie muss die Redaktionswerkzeuge und Arbeitsabläufe anpassen.
  • Sie muss die Bestandsdaten aufbereiten, mit Metadaten anreichern und in geeignete Datenformate konvertieren.
  • Sie muss die gesamte technische Umsetzung mit den Verantwortlichen für die internen IT-Systeme intensiv begleiten.

Aber warum sollte man damit heute beginnen, schließlich liegt der Digitale Produktpass für die eigenen Produkte in weiter Ferne? Die Antworten sind ganz einfach:

  • Fast jeder Hersteller verwendet in seinen Produkten Eisen, Stahl oder auch Kunststoffe. Für diese Grundstoffe wird in absehbarer Zeit ein Digitaler Produktpass gefordert und von den Zulieferern bereitgestellt werden. Der Pass muss aufgenommen, verwaltet und mit den eigenen Produktinformationen weitergegeben werden.
  • Man sollte nicht bis zur verpflichtenden Einführung des Digitalen Produktpass warten, um erst dann die Technische Dokumentation in der benötigten digitalen Form bereitzustellen. Die Komplexität der Aufgabe kann leicht unterschätzt werden.
  • Im ersten Schritt bietet das Digitale Typenschild schon technische Möglichkeiten, und die Maschinenverordnung erlaubt die rein digitale Bereitstellung der Produktinformation. Andere Verordnungen werden in den kommenden Jahren diese Möglichkeit ebenfalls eröffnen.

Das digitale Typenschild

Der Begriff „Digitales Typenschild“ wird in vielen verschiedenen Bedeutungen verwendet. Das allgemein verbreitetste Verständnis ist, dass ein Produkt irgendwo einen QR-Code trägt, über den auf Informationen zum Produkt zugegriffen werden kann.

Über mehrere Entwicklungsstufen kommt man vom QR-Code zum Digitalen Produktpass.

Vom QR-Code als Digitales Typenschild, bei dem der QR-Code die Informationen enthielt, über eine Landing-Page und ein Content-Delivery-Portal bis hin zum Digitalen Zwilling – alles Vorstufen zum Digitalen Produktpass.

Entwickelt wurde das Digitale Typenschild, um die zum Teil sehr umfassenden physischen Typenschilder zu entlasten. Die Daten werden stattdessen in einem QR-Code abgelegt. Der QR-Code kann auch eine Verbindung zu einer Landing Page herstellen. Dort befinden sich die Produktinformationen.
In einigen Fällen haben sich die Landing Pages bereits zu Content-Delivery-Portalen weiterentwickelt. Sie bilden teilweise den Digitalen Zwilling eines Produktes ab. Dabei wird die Technische Dokumentation und damit die Betriebsanleitung als virtuelles Produkt begriffen, das sich aus Einzelinformationen (Datensätzen) dynamisch zusam mensetzt. Dabei könnten sogar vorhandene Betriebsanleitungen als PDF konform sein zu den Anforderungen an den Digitalen Produktpass. Zu prüfen ist, ob die mit dem PDF bereitgestellten Metadaten das Produkt eindeutig und maschinenlesbar identifizieren und hinreichende Informationen für eine sinnvolle Interoperabilität enthalten.

Geeignete Standards

In diesem Abschnitte finden Sie eine Übersicht von Normen und Standards, die für den Digitalen Produktpass infrage kommen. Die Liste hat nicht den Anspruch auf Vollständigkeit.

IEC 63278 (Asset Administration Shell, AAS) – internationaler IEC-Standard für die digitale Repräsentation eines physischen Assets: Der Standard definiert ein einheitliches Datenmodell und Schnittstellen (das „Verwaltungsschalen“-Konzept) zur strukturierten Abbildung von Produkt- und Maschinendaten. Eingesetzt in der Industrie 4.0 (etwa in Maschinenbau und Elektronik) als Basis für digitale Zwillinge. DPP-Eignung: besonders relevant; bildet in Kombination mit IEC 61406 die Grundlage für den Digitalen Produktpass und stellt ein standardisiertes Datenmodell für lebenszyklusbezogene Produktinformationen bereit.

IEC 61406 (Digitales Typschild 4.0/Identification Link) – internationaler IEC-Standard für das digitale Produktkennzeichen: Der Standard definiert den eindeutigen ID- Link (zum Beispiel als QR-Code oder NFC). Der ID-Link am Produkt identifiziert und ermöglicht den Zugang zu den digitalen Daten. Er wird sektorübergreifend in Industrie und Fertigung eingesetzt, um direkt auf Bedienungsanleitungen, Zertifikate oder Nachhaltigkeitsinfos zu verlinken. DPP-Eig-
nung: besonders relevant; essenziell für DPP, da das Digitale Typschild den direkten Zugriff auf den Produktdatensatz ermöglicht und zusammen mit IEC 63278 eine globale DPP-Lösung bildet.

DIN EN IEC 63365 (Industrielle Automatisierungs- und Leittechnik – Digitales Typenschild): Die Norm standardisiert das digitale Typenschild mit elektronisch lesbarem Datenträger und Identifikationslink. DPP-Eignung: besonders relevant; ermöglicht eindeutige Produktidentifikation und Zugang zu DPP-Daten. Die DIN EN IEC 63365 ist besonders relevant für den Digitalen Produktpass. Denn sie standardisiert die digitale Produktkennzeichnung, ermöglicht eine eindeutige Produktidentifikation und stellt den Zugang zu digitalen Produktinformationen über einen Identifikationslink gemäß IEC 61406 bereit. Somit spielt die Norm eine zentrale Rolle bei der Umsetzung des DPP, insbesondere im industriellen Kontext. Diese Norm wurde auf Basis der VDE V 0170-100 entwickelt. Sie ist eng mit anderen Normen wie der IEC 61406 und IEC 63278 abgestimmt, um eine konsistente und harmonisierte Anwendung zu gewährleisten.

ISO 10303 (STEP) – internationaler ISO-Standard (unter dem Kürzel „STEP“) für den Austausch von Produktmodelldaten: Der Standard definiert ein neutrales, maschinenlesbares Datenmodell (EXPRESS- Schema, STEP-File/XML) für 3D-CAD, Baugruppen und Fertigungsinformationen. Typisch eingesetzt im Maschinen- und Anlagenbau, in der Automobil- und Luftfahrtindustrie für CAD/CAM-Daten. DPP-Eignung: ergänzend; hilfreich für den Austausch technischer Konstruktionsdaten, aber nicht primär für Umwelt- oder Zertifikatsdaten; für DPP kann STEP eine Ergänzung sein (zum Beispiel als Basis für Komponentendaten), bildet aber nicht alle DPP-Informationen ab.

IEC 61360/IEC Common Data Dictionary (CDD) – internationaler IEC-Standard für ein einheitliches Datenwörterbuch technischer Merkmale (zum Beispiel elektrischer Bauteile): Der Standard liefert ein Vokabular (Klassen und Eigenschaften) zur Beschreibung von Bauteilkennwerten; verwendet vor allem in der Elektro- und Elektronikbranche sowie im Maschinenbau zur Harmonisierung von Produktmerkmalen. DPP-Eignung: besonders relevant; das IEC- CDD kann als Referenzvokabular im DPP dienen, um Produktattribute (Material, Leistung, Umweltparameter) einheitlich zu beschreiben.

GS1-Standards (wie GTIN, GDSN oder EPCIS) – offene, internationale Standards für Produktidentifikation und Datenabgleich; enthält eindeutige Kennnummern (GTIN, GLN) sowie Datenpools für Katalogdaten (GDSN) und Rückverfolgbarkeit (EPCIS); weit verbreitet im Handel, im
Konsumgüter- und Pharmabereich. DPP-Eignung: besonders relevant; GS1-Standards bilden die Grundlage für Produkt-IDs und AIDC (zum Beispiel Strichcodes) im DPP. Die EU-Kommission verweist auf GS1- Standards als eine Möglichkeit, um die DPP- Anforderungen zu erfüllen. [1]

BMEcat – offener XML-Standard zur strukturierten Übertragung von Produktkatalogdaten zwischen Lieferanten und Kunden. Weit verbreitet im B2B-Handel und für elektronische Kataloge (zum Beispiel Elektro- und Stahlgroßhandel). DPP-Eignung: bedingt geeignet; BMEcat ermöglicht den Austausch technischer Produktdaten und Datenblätter, was für den DPP nützlich ist. Allerdings deckt der Standard nur Kataloginformation ab, DPP-Anforderungen sind hingegen nicht vollständig (etwa Umweltdaten). [2]

MatML (Materials Markup Language) – offener OASIS-Standard (XML) zum Austausch von Werkstoff- und Materialeigenschaften; entwickelt für Werkstoffwissenschaften, Fertigung und Luftfahrt, um Materialkennwerte systematisch zu übermitteln. DPP-Eignung: besonders relevant; ermöglicht die standardisierte Integration von Werkstoffinformationen im DPP (zum Beispiel Materialzusammensetzung oder Recyclingfähigkeit). [3]

ETIM – internationaler offener Standard zur Klassifizierung technischer Produkte; nutzt ein ID-basiertes Modell mit einheitlichen Klassen und Attributen (zum Beispiel für Elektro-, SHK- und HVAC-Produkte); verbessert Datenqualität und Auffindbarkeit im Handel. DPP-Eignung: bedingt geeignet – hilfreich zur einheitlichen Beschreibung technischer Merkmale, übernimmt aber nur Klassifikation und Hauptmerkmale, nicht alle Daten sind DPP-relevant. [4]

ECLASS – Produktklassifikation und Merkmalsbeschreibung; wird verwendet in Industrie, Handel und Automatisierung. DPP-Eignung: besonders relevant; standardisierte Produktattribute – zentral für DPP- Datenharmonisierung. [5]

iiRDS – strukturierte Bereitstellung technischer Dokumentation; Content Delivery, verwendet im Maschinenbau, Software, Medizintechnik. DPP-Eignung: sehr relevant für die Technische Dokumentation; liefert Kontextinformationen für Anleitungen und Sicherheitsinformationen im DPP. Kann auch vdi 2770 integrieren. [6]

IEC 62541 (OPC UA) – Unified Architecture, ein internationaler Standard der Open Platform Communications Foundation für die plattformneutrale Vernetzung von Industriekomponenten (nicht direkt eine Datenmodell-Norm, sondern ein Kommunikations-Stack); weit verbreitet in der Fertigungsautomatisierung für sicheren, interoperablen Datenaustausch. DPP-Eignung: ergänzend; OPC UA wird oft als Transportmittel für AAS-Submodelle genutzt (zum Beispiel im Industrie-4.0-Stack) und kann so indirekt DPP-Daten kommunizieren.

ISO 11014:2009 – internationaler ISO- Standard für Sicherheitsdatenblätter (SDS) chemischer Produkte; er legt Aufbau, Inhalte und Reihenfolge der Informationskapitel fest. Typisch in der Chemie-, Pharma- und verwandten Branchen zur Übermittlung von Gefahr- und Schutzinformationen. DPP-Eignung: besonders relevant; Teil der DPP-Anforderungen ist die Bereitstellung von Gefahrstoff- und Materialangaben; ISO 11014 stellt sicher, dass Sicherheitsdatenblätter normgerecht in den DPP integriert werden können.

ISO 14025 (EPD) – internationaler Standard für Typ-III-Umwelterklärungen (Environmental Product Declarations); er definiert, wie ökologische Lebenszyklusdaten (zum Beispiel CO2-Fußabdruck oder Energiebedarf) eines Produkts transparent und vergleichbar ausgewiesen werden. DPP-Eignung: besonders relevant; EPDs liefern validierte Umwelt- und Nachhaltigkeitskennzahlen, die in den DPP einfließen können (zum Beispiel Recyclingquoten oder Klimabilanz).

ISO/IEC 81346 – internationaler Standard zur Strukturierung von Systemen und Bauteilen durch einheitliche Bezeichnungscodes; wird im Maschinen- und Anlagenbau angewendet, um technische Objekte eindeutig zu taggen (etwa Anlagenkennzeichnung). DPP-Eignung: bedingt geeignet; unterstützt die eindeutige Identifikation von Komponenten über den gesamten Lebenszyklus, ist aber ein allgemeines Organisationsprinzip (wichtig für die DPP-Konsistenz, stellt selbst jedoch keine inhaltlichen Produktdaten bereit).

VDI 2770 – strukturierte Bereitstellung digitaler Herstellerinformationen (zum Beispiel Betriebsanleitungen oder Datenblätter) im Maschinen- und Anlagenbau (Maschinenbau, Prozessindustrie, Chemieanlagen). DPP-Eignung: besonders relevant; legt ein standardisiertes Containerformat für digitale Betriebsanleitungen fest; zentrale Quelle für DPP-relevante Dokumentation. Ist in iiRDS integriert.

Ohne Zeitdruck

Wenn man die geforderte Standardisierung des Digitalen Produktpasses und die Möglichkeiten des Digitalen Typenschildes gemeinsam umsetzt, dann kann sich bereits heute jede Technische Redaktion Schritt für Schritt auf den Weg machen. Die Technische Redaktion kann erste Lösungen umsetzen für die Bereitstellung von Informationen entsprechend der Zielsetzung der ESPR (Ecodesign for Sustainable Products Regulation) – der Ökodesignverordnung. Im Moment lässt sich dieser Weg ohne Zeitdruck gehen. Der Digitale Produktpass kommt aber auf jeden Fall und mit ihm die Notwendigkeit, digitale Produktinformationen standardisiert und interoperabel bereitzustellen. Jetzt kann man sich Wettbewerbsvorteile erarbeiten, in dem man die Möglichkeiten der Digitalisierung nutzt.

Links zum Artikel und zum Weiterlesen

[1] www.gs1.eu
[2] https://www.bme.de/services/bmecat/
[3] https://docs.oasis-open.org/materials/materials-matml-spec-pr-01.htm
[4] https://etim.de
[5] https://eclass.eu
[6] https://www.iirds.org

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